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Kino für die Tasche: wie Handys trotz Videospaß nicht die Luft wegble

7. Februar 2007 | Von Sabine Steffen | Kategorie: Computer, Entertainment

Kino für die Tasche

Where do you want to go today?“ – es ist noch nicht einmal zehn Jahre her, als eine bestimmte Firma mit diesem Slogan geworben hatte. Damals wurde noch im übertragenen Sinne darauf angespielt, dass man durch das Anklicken einer beliebigen Website sich auf der ganzen Welt bewegen könnte. Heute ermöglichen die revolutionären Entwicklungen im Bereich der mobilen Technologien buchstäblich das Gegenteil. Denn jetzt kann man tatsächlich überall hingehen, wo man möchte und hat gleichzeitig die Möglichkeit, per Internet ständig online zu sein und damit auf dem Laufenden zu bleiben. Jetzt sind wir noch einen Schritt weiter. Wenn wir heute über Mobilität sprechen, ist das Konzept des mobilen Büros in der Hosentasche bereits ein alter Hut. Mittlerweile sprechen wir darüber, wie wir unser gesamtes Haus mit auf Reisen nehmen. Denn neben den gewohnten Applikationen wie E-Mail und Internet stellt der Bereich Video-Content für Mobilfunkgeräte die jüngste und spannendste Entwicklung dar.

Bis vor kurzem gab es noch eine Menge Hürden, welche es einer neuen Technik erschwerten, von den Konsumenten akzeptiert zu werden. Eines der größten Hindernisse ist immer noch die Größe der Dateien, die Verbraucher herunterladen möchten,um sie dann mobil zu gebrauchen. Sowohl Speicherkapazität und Performance waren die K.o.-Kriterien. Zusätzlich erschweren horrende Nutzungsgebühren den Konsumenten den Spaß am Download. Der hohe Batterieverbrauch zum Beispiel bei Videostreaming ist ein weiterer wunder Punkt: Der MPEG-4-ASP-Standard kann hier als Hauptübeltäter ausgemacht werden, sofern man DVD-Qualität mit 24 Bildern pro Sekunde verlangt. Einem modernen Handy, das MPEG-4 ASP für das Abspielen von Videos nutzt, geht bereits nach 90 Minuten der Saft aus. Und das, bevor der Nutzer überhaupt einen einzigen Anruf getätigt, eine SMS verschickt oder in seinen Kalender geschaut hat.

Qualität vs. Verbrauch
Die Diskussion, ob mobile Videoinhalte eine Zukunft haben oder nicht, wird zum Beispiel gerade in Großbritannien hitzig geführt. Eigentlich ist das Thema aber schon durch: Das zeigt der Ansturm auf LCD Bildschirme mit verbesserter Qualität, hoher Auflösung und geringerem Energieverbrauch zu kleinen Preisen. Und dank Breitbandnetze steigt die Anzahl von high-speed WLans in Wohnungen, Büros oder öffentlichen Plätzen an - ein Ende ist nicht in Sicht. Auch wenn die Gehälter der Konsumenten langsamer steigen als die Fortschritte in der IT, haben Endverbraucher wohl stets Geld, um es für dafür auszugeben. Neben der voranschreitenden Technologie geben Youtube und andere Web 2.0-Protagonisten einen inhaltlichen Trend vor: Die Erstellung von eigenen Inhalten oder diese von anderen herunterzuladen. Egal ob für die eigene Kommunikation, Unterhaltung oder aus journalistischem Interesse. Die kritische Masse von Menschen die einerseits mobile Endgeräte inklusive Handy und andererseits das Web mit allen technischen und sozialen Aspekten nutzen ist groß genug und das nicht erst seit iPod und iPhone – obwohl gerade diese Ausdruck des beschriebenen Trends sind. Letztendlich geht es um die Diskussion, wie Hersteller das Beste für den Nutzer herausholen können und zwar bei langer Batterielaufzeit und natürlich ohne Qualitätsverlust.

Der Codec-Krieg
Originalvideos sind in unkomprimierter Form sehr groß und schwer zu verwalten. Deshalb ist die Video-Komprimierung hinsichtlich Speicherkapazitäten und Übertragung wichtig. Der Schlüssel ist, den richtigen Codec zu finden: Wie kann man den Energieverbrauch reduzieren und die Gesamtgröße von Videoinhalten komprimieren, ohne dass die Qualität darunter leiden muss? Die meisten Handys nutzen heutzutage ARM-basierte CPUs und laufen mit 1000 MHz bis 400 MHz. In diesen Einsatzbereichen kämpfen Video-Codecs darum, eine gleichmäßige DVD-Video Qualität zu erzeugen. Video-Kompression und Dekompression sind enorm rechenintensive Prozesse, die mit einer riesigen Datenmenge pro Sekunde umgehen müssen. MPEG-2, der aktuelle de-facto Standard, kommt in die Jahre und kann nicht mehr mithalten. So suchen Netzwerkbetreiber, die Anbieter von Inhalten und Entwickler nach der neuen Generation der Kompressionstechnologie. MPEG-4 wird heute als natürlicher Erbe in der Technologie-Thronfolge gesehen. Aus Frankreich taucht aber nun ein Gegenvorschlag auf: Mobiclip von Actimagine bietet eine Alternative zu allen wichtigen Punkten wie Preis, Kapazität und Energieverbrauch. Im Vergleich zu Mobiclip, müssen MPEG-4 Files für die gleiche Bild- und Tonqualität 30 Prozent größer sein und verbrauchen damit mehr Speicherplatz. Filme im MPEG-4 Format benötigen viermal so viel Batterielaufzeit als würde der Film im Mobiclip Format in gleiche Qualität abgespielt werden. Hoher Energieverbrauch und Speicheranforderungen halten Endverbraucher und alle anderen Beteiligten in der Nahrungskette der mobilen Kommunikation ab, entsprechend Energie und Kreativität auf diese Möglichkeiten zu verwenden. Aber mit dem neuen Verfahren können Filme auf Handys wie dem Nokia N73 über sieben Stunden bei hoher Qualität laufen – mit MPEG-4 können Nutzer nur 90 Minuten Videos anschauen und das bei vergleichbar schlechterer Qualität. Das bedeutet, diejenigen die noch MPEG-4 nutzen, sehen das Ende ihres Films nicht. Die Mobiclip-Nutzer allerdings können sich zwei Filme anschauen und trotzdem noch telefonieren sowie Kurznachrichten schreiben.

Die Zukunft
Wir sehen jetzt, was die Technologie kann. Die Diskussion geht also darum, wie mobile Inhalte als beeindruckendes Erlebnis erstellt und genutzt werden können. Mobiltelefone haben jetzt das Zeug dazu eine Art Video iPods zu sein. Neben TV, Kino und Internet könnten sie zu einem ernsthaften Medium für Bewegtbild werden. Damit das passiert und der Markt seinen Wendepunkt erreicht, müssen Hersteller sich sicher sein, dass sie die richtige Technologie wählen. Damit das Erlebnis für die Nutzer so beeindruckend ist, wie es schon immer hätte sein sollen. Anwender können unterwegs sein und dennoch Zugang zu den Informationen haben, die sie wollen.

Wer ist eigentlich Actimagine?

Das im März 2003 gegründete Softwareunternehmen Actimagine entwickelt und vertreibt unter dem Namen Mobiclip™ einen patentierten Video-Codec. Die Komprimierungssoftware erweitert die Wiedergabemöglichkeiten von Videomaterial auf mobilen Plattformen. Mobiclip wird bereits von führenden Herstellern wie Nintendo Co. Ltd., Fisher Price, Nokia und Sony Ericsson eingesetzt. Jegliche Art von Videocontent kann durch die Komprimierungssoftware in DVD-ähnlicher Qualität – 24fps Full Screen – ohne Einschränkung der Batterielaufzeit wiedergegeben werden.

Durch eine geringere Prozessor- und Speicherauslastung verlängert die Technologie von Actimagine die Batterielaufzeit von Geräten, während sie zugleich die Materialkosten senkt. Sie kann in allen Produkten, die mit einem Farbdisplay ausgestattet sind, eingesetzt werden und ist sowohl mit langsamen als auch mit schnellen Prozessoren kompatibel. Darüber hinaus funktionieren die Softwarelösungen auch ohne Betriebssystem und benötigen keinen weiteren Videochip, weil sie sich über den Inhalt, das heißt über die Memorykarte installiert und nicht über das System.

Actimagine möchte seine Technologie durch lizenzierte Partnerschaften mit Herstellern in allen mobilen Geräten verankern. Dadurch wird die Technologie unter Lizenz für Organisationen und Internetplattformen verfügbar.

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